Die Wurzeln des Europa Parks – Mack Rides

Die Wurzeln des Europa Parks liegen in der Gründung der hauseigenen Achterbahnschmiede Mack Rides. Das Unternehmen wurde bereits im 17. Jahrhundert von Paul Mack gegründet.Damals waren Fahrgeschäfte und Freizeitparks noch gänzlich unbekannt. Das Unternehmen baute zunächst Postkutschen und Fuhrwagen. Als jedoch im 19. Jahrhundert, Waldkirch ein bedeutender Ort für den Drehorgel- und Musikautomatenbau wurde, stieg Mack in den Bau des Orgel-Transportes ein. Daraus entwickelte sich zunehmend der Bau für Fahrzeuge für Schausteller, Wohnwagen und Festzelte. Somit stieg man in die Unterhaltungsindustrie ein, die Welt des Zirkus.
Nachdem ersten Weltkrieg sehnten sich die Leute nach Vergnügen, Jahrmärkte schossen wie Pilze aus dem Boden. Auch in Waldkirch erkannte man die Zeichen der Zeit und beschloss nun mobile Fahrgeschäfte zu entwickeln. Das Geschäft blühte, so dass 1921 die erste Holzachterbahn der Firma fertig gestellt wurden. 15 Jahre später folgte dann die erste Benzinbahn, und 1951 die erste Bobbahn aus Holz. Ab 1952 war das Unternehmen auch International gefragt, wenn es um den Bau von Fahrgeschäften ging. Somit war der Markt in den USA, das Zugpferd für das Familienunternehmen.
1957 entstand dann der Bestseller, der sich auch heute noch großer Beliebtheit, sowohl auf der Kirmes als auch in den Freizeitparks weltweit erfreut, die Wilde Maus.
Pleitegeier über Rust – aller Anfang ist schwer.
Bei einem Besuch der Geschäftspartner 1971 in Disneyland in Los Angeles, entstand die Idee einen eigenen Freizeitpark zu Gründen. Auf einem Bierdeckel wurden erste Skizzen gefertigt, zu Hause wurde die Entwicklung des Projektes fortgesetzt.

Ein wichtiges Thema war der Standort. Der Freizeitpark sollte in der nähe von Mack Rides entstehen, damit die eigenen Produkte schnell am Zielort waren. Zunächst wurde ein Gelände in Breisach an der Deutsch/französischen Grenze in Betracht gezogen. Da es sich dabei um ein Überschwemmungsgebiet des angrenzenden Rheines handelte wurden die Pläne, dort den Freizeitpark zu bauen, schnell wieder verworfen. Dennoch war der See der sich auf diesem Gelände befand entscheidend für den Namen des Parks. Aus dem Europasee, entwickelte man den Name Europa-Park. Die Suche ging schließlich in den Süden Deutschlands weiter. Auch in Neuenburg fand sich ein 200 000 Hektar großes Areal zur Erschließung. Doch die Macks waren sich schnell sicher, dass auch das Gelände nicht Ideal für ihre Projekt war. Landschaftlich nicht sehr schön und eine teure Unterführungen waren die Hauptgründe.

Man beschloss wieder in die andere Richtung des Landes zu gehen. Und fand schließlich 60 Kilometer Nördlich ein passendes Gebiet in der Ortenau. Das kleine Örtchen Rust hatte eine alte Wasserburg, das Schloss Balthasar, mit angrenzendem Schlosspark, in dem sich schon damals ein kleiner Märchenpark befand. Das Gelände war Ideal für das Projekt, alte Baumbestände und ein schöner See schafften die ideale Grundlage.
Die Freizeitparks steckten damals noch in den Kinderschuhen. So gab es schon das Phantasialand in Brühl, den Holiday Park in Hassloch oder Tripsdrill in Cleebronn. Doch der Erfolg war zu damaligen Zeitpunkt noch nicht absehbar.
Unvorstellbar schien es, dass die Besucher nun zu den Fahrgeschäften hinreisen mussten. Denn vorher kamen diese immer mobil in die Städte, auf die Kirmes. Die Regionalpresse bekam natürlich schnell Wind von dem vorhaben der Gebrüder Mack. So wurde betitelt „Der Pleitegeier kreist über Rust“. Niemand wollte an den Erfolg des Projektes „Europa-Park“ glauben.
Somit wurde es auch schwer, die nötige Gastronomie für das Projekt zu schaffen.
Viele Interessenten machten schnell einen Rückzug. Somit musste auch dieser Part von den Macks übernommen werden.
Von der Ausstellungsfläche zum größten Freizeitpark Deutschlands

Nach nur 1 jähriger Bauzeit von Fahrgeschäften und Umgestaltung des Schlossparks folgte die Eröffnung des Europa-Parks am 12 Juli 1975. Für umgerechnet 3 Euro Eintritt konnten die Besucher, damals 15 Attraktionen erleben. Was eigentlich als Schaufenster der Produkte von Mack Rides fungieren sollte, entwickelte sich schnell zum Besuchermagneten.
Das Familienkonzept war damals schon Wichtig für die Entwicklung des Parks. So wurde kontinuierlich an der Parkanlage weiter gearbeitet, mit viel Liebe zum Detail. Thematisch gab es damals allerdings noch kein Konzept, so wurden z. B Elefantenfelsen und eine Piratenhöhle errichtet.

Für den Europa-Park durfte ein Maskottchen natürlich nicht fehlen. So einigte man sich schnell auf eine Maus, auch wenn es die Konkurrenz aus Amerika schon vorgemacht hatte. In Rust stört man sich nicht dran. Der Ursprüngliche Name lautete übrigens „Kitty“, nur 7 Jahre Später wurde sie in Euromaus umbenannt und in einem Redesign wieder verändert und fand ihre jetzige Form zum 25 Jährigen Jubiläum des Parks.
Die ersten Attraktionen waren im kleineren Format, wie z.B die Old99 oder die Oldtimerfahrt, welche sich übrigens auch heute noch im Park befinden. Das die Leute für ihr Geld was geboten bekommen wollten, wusste man schnell. So folgte die erste Show schon ein Jahr nach der Eröffnung des Europa-Parks. Es war die Florida Delphin-Show , welche jedoch 1992 aus Tierschutzrechtlichen Gründen wieder eingestellt wurde.
Mit der Tiroler Wildwasserbahn 1978 wurde die schließlich die Ära der großen Attraktionen eingeläutet. Die erste Wasserattraktion des Parks, die auch heute noch auch heute noch sehr beliebt ist. Die erste Achterbahn folgte schließlich erst in den 80er Jahren nicht Unweit, der Wildwasserbahn. Unter
dem Namen Grottenblitz, eröffnete der heutige Alpenexpress Enzian 1984.

1981 sollte der Name Europa-Park auch zum Programm werden. So entschloss man sich den Filmarchitekt und Bühnenbildner Ulrich Damrau zu engagieren. Es entstand der erste Themenbereich des Parks, Italien. Damrau versuchte die Landestypische Architektur Detail getreu umzusetzen ohne ein real existierendes Gebäude zu kopieren. Für die Besucher sollten tolle Fotomotive entstehen.
Der Park entwickelte sich immer weiter, jedes Jahr gab es etwas Neues im Park zu entdecken, ob Shows, Fahrgeschäfte oder ganze Themenbereiche. Schließlich machte sich die Entwicklung des Kurzurlaubs bei der Familie Mack verstärkt bemerkbar. Die Pensionen und Hotels waren sehr gut ausgelastet. So wollte auch das Familienunternehmen diesen Sektor für sich ergründen.
So entstand im Jahr 1995 das erste Themenhotel des Parks. Das El Andaluz wurde im Stile einer spanischen Sommervilla errichtet und Grenzt an den passenden Bereich Spanien.
Nicht nur der Park selbst Entwickelte sich, auch die Infrastruktur. 1998 folgte so ein neuer Parkplatz, damit die ständig wachsenden Besucherzahlen gemeistert werden konnten. Lange Zeit wurden die umliegenden Gemeinden durch das hohe Verkehrsaufkommen stark belastet. Darum folgte 2002 die eigene Autobahnausfahrt für Rust. 2009 entstand durch den Ausbau des Parks eine neue Zufahrtsstraße zum Parkplatz.
Der Park blieb meist seiner hauseigenen Achterbahnschmiede treu, zuletzt wurde 2009 die Neuentwicklung Blue Fire Megacoaster im Park realisiert.
Dennoch kamen im laufe der Jahre auch andere Hersteller zum Zuge, beste Beispiele sind die Schiffschaukel von Huss, das Fjord Rafting von Intamin oder der Silver Star von Bolliger & Mabillard.

Um Besucher mehrmals in der Park zu locken, entwickelte man 1998 erstmals das Konzept der Jahreszeiten. Das damals in Europa noch ehr unbekannte Fest Halloween wurde erstmalig im Park verwirklicht. So wurde der Park passend mit Kürbissen dekoriert und Shows entsprechend angepasst. Schnell entwickelte sich Halloween zu eine der beliebtesten Jahreszeiten der Besucher.
Der Park ist bis heute seinem Saisonalen Konzept treu geblieben. Die Tage an denen der Park jedoch geschlossen ist, wurden 2001/2002 weniger.
Denn mit einem Vergünstigen Eintrittspreis konnte der Park nun auch in den Wintermonaten Dezember und Januar besucht werden. Auch hier legt man bis heute sehr viel Wert in die Weiterentwicklung der Dekoration und Shows. 2007 sorgte der aus Massachusetts stammende Popsänger Marc Terenzi für die Entgleisung aus dem Familienkonzept des Parks. Es fanden zum ersten Mal die Terenzi Horror Nights im Park statt. Weit ab vom Familien Halloween konnten die Gäste somit eine düsterere Version erleben.
Wann wurde welche Attraktion errichtet?
Wer sich für dieses Thema interessiert, kann sich einfach und bequem durch die Historyseiten auf Themepark-Central klicken.
History Chronologie
Historama – die Geschichte durch Mulitmedia erleben
Wer die Geschichte nochmal akustisch und mit viel multimedialen Lichteffekten erleben möchte, hat nun die Möglichkeit im Historama eine Zeitreise zu machen. Von den Wurzeln bis hin zum größten Freizeitparks Deutschlands geht die Reise, quer durch Attraktionen und Shows des Parks.
Das extra dafür umgestaltete Drehtheater im englischen Themebereich bietet ab Juli 2010 Gelegenheit dazu. Auch das Panorama Restaurant in der Pyramide wurde umgestaltet und nennt sich nun "Generationen Restaurant". Die Monorailstation befindet sich an gewohnter stelle und bringt die Besucher auf schnellstem Wege in den Isländischen Themenbereich.
Vielen Dank an den Europa Park für die Bereitstellung des Bildmaterials.